„Vor dem Hintergrund einer stetig voranschreitenden Pluralisierung der Lebens- und Familienformen, muss bei den verschiedenen Angeboten der frühkindlichen Bildung auf die individuellen Bedarfe eingegangen werden.“ (Integrationskonzept der Stadt Dresden: Frühkindliche Bildung – Stand 2016)

Dresden als Migrationsgesellschaft wird sprachlich und kulturell immer vielfältiger. Aus diesem Grund wurde im März 2015 unsere mehrsprachige, interkulturelle und weltoffene Kindertagesstätte „Kleiner Globus“ in Trägerschaft des Ausländerrates Dresden e.V. gegründet.

Unsere Kita möchte sich insbesondere der Förderung von Weltoffenheit, Inklusion und Mehrsprachigkeit widmen. Ein Großteil der Kinder mit Migrationshintergrund unserer Einrichtung (ca. 70%) wird mehrsprachig erzogen und bringt ganz unterschiedliche kulturelle Hintergründe mit. In unserer Arbeit haben wir den Anspruch, einen Ort der Weltoffenheit, Interkulturalität und Mehrsprachigkeit zu schaffen, an dem Vielfalt im Mittelpunkt stehen soll. Diese soll das pädagogische Handeln bestimmen sowie sichtbar, hörbar und fühlbar sein.

Für Kitakinder, Besucher und Angehörige soll der „Kleine Globus“ ein Ort der Wertschätzung und des Respekts aller Menschen sein, an dem das Handeln der pädagogischen Fachkräfte von einer offenen Haltung geprägt ist. In unserer Arbeit wollen wir uns an die Lebenssituationen und Bedürfnislagen der Familien anpassen und auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagieren.

In unserer Kita betreuen wir 162 Kinder in insgesamt zehn altersübergreifenden Gruppen. Wir arbeiten inklusiv pädagogisch und haben 8 Kinder mit Integrationsanspruch und 35 Flüchtlingskinder mit Fluchterfahrungen und eigenen Lebensgeschichten. Die Kinder unserer Kita kommen aus unterschiedlichen Ländern, gehören unterschiedlichen Religionen an und sprechen verschiedene Sprachen. Ihre Herkunftssprachen sind die ihrer Familien und ihres Herzens. Mit ihnen teilen sie sich ihrer Umwelt mit und beschreiben ihre Lebenswelt. All diese verschiedenen mitgebrachten Sprachen erfahren die gleiche Wertschätzung und finden sich im Kitaalltag wieder, so dass kein Kind bzw. keine Familie eine Abwertung der eigenen Familiensprache – und damit eine Abwertung der eigenen kulturellen Identität – erfahren muss.

Je nach Entwicklungsstand und vorhandenen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen lernen alle Kinder bei uns gemeinsam in Interaktion spielen, sprechen und forschen. Zur Welt der Kinder gehören Kinder mit und ohne Beeinträchtigung, mit und ohne Migrationshintergrund, Kinder mit unterschiedlichen bereits erworbenen Kompetenzen, kulturellen und religiösen Hintergründen. In unserem pädagogischen Alltag möchten wir alle Kinder mitnehmen und unterstützen, so z.B. mit zusätzlicher Förderung wie der „Arbeit am Tonfeld“, naturpädagogischen Angeboten und künstlerischer Arbeit.

In unserer Kita wird  Arabisch, Tschetschenisch, Aserbaidschanisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch, Ukrainisch und Kurdisch gesprochen. Außerdem haben wir zehn pädagogische Kolleg*innen als Kultur-, und Sprachmittler*innen, die unser Team bei den kulturell spezifischen Erziehungsfragen beraten und sensibilisieren. Diese vorhandenen Ressourcen ermöglichen uns Aufnahme-, Entwicklungs- und Elterngespräche problemlos und zeitnah durchzuführen und geben den Eltern ein wertschätzendes Vertrauensgefühl.